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Randnotiz: Der vascoda e.V. wird sich auflösen – Wie geht es weiter?

Nun, für einige wird es vielleicht doch keine Randnotiz sein, zu erwarten war es (leider) dennoch. Am 6. Juni wurde auf der Mitgliederversammlung durch die anwesenden Mitglieder mehrheitlich beschlossen, den Verein noch in diesem Jahr aufzulösen. Zu diesem Zweck wird – vermutlich im Spätsommer – satzungsgemäß eine weitere Mitgliederversammlung einberufen.

Die Auflösung des Vereins ist letztlich wohl konsequent, vielleicht auch überfällig. Schon die verschiedenen Diskussionen in den letzten Jahren haben ja gezeigt, dass es schwierig ist, ein nachhaltiges Finanzierungs- und Geschäftsmodell für durch öffentliche Fördergelder anschubfinanzierte Portale und Dienstleistungen auf die Beine zu stellen. Dies haben vascoda und die beteiligten Einrichtungen mit ihren ViFas und Fachportalen gemeinsam. Der Verein hätte hier sicherlich die Möglichkeit geboten, zusammen weiter nach Lösungen zu suchen, die im letzten Jahr durchgeführte Erhebung der Interessenlage bei den Vereinsmitgliedern hatte ja auch entsprechende Bedarfe aufgezeigt. Letztlich scheitert dies aber auch an der Möglichkeit und Bereitschaft für eine kooperative Finanzierung der dafür notwendigen Infrastruktur (im Wesentlichen einer Koordinierungsstelle).
Im Rahmen der Diskussion zur Neuausrichtung des Vereins wurde auf der vorangegangenen Mitgliederversammlung im Dezember 2010 (siehe auch http://vascoda.wordpress.com/2011/01/11/das-vascoda-portal-geht-vom-netz) beschlossen, einen Wirtschafts- und Arbeitsplan für die Zeit ab 2012 zu erarbeiten, der verschiedene Varianten zur Fortführung des Vereins aber auch Optionen zur Weiterführung der von den Mitgliedern gewünschten Aufgaben in anderen Organisationsformen darstellt und für diese Varianten möglichst die konkreten finanziellen Verpflichtungen benennt. Bei der nun durchgeführten Mitgliederversammlung zeigte sich aber sehr schnell und deutlich, dass die Fortführung des Vereins für die Mehrheit keine Option ist.

Einig war man sich aber trotzdem darüber, dass Austausch und Wissenstransfer als wichtige Aufgaben fortgeführt werden sollen. Als geeignetes Gremium wird hier die AG SSG (Arbeitsgruppe der Sondersammelgebiets-Bibliotheken) benannt bzw. favorisiert, die dann aber dafür erweitert und neu aufgestellt werden müsste, insbesondere auch, um die sogenannten Querschnittdienste wie die Elektronische Zeitschriftenbibliothek mit zu berücksichtigen. Alternativ oder ergänzend steht die Gründung einer Arbeitsgruppe z.B. bei der Deutschen Initiative für Netzwerkinformation e.V. (DINI) für einen Austausch auf mehr technischer Ebene zur Diskussion. Abgewartet werden sollen aber zunächst die aus der Evaluierung des SSG-System abzuleitenden Konsequenzen und Anforderungen seitens der DFG und an die DFG. Bis zur Auflösungsversammlung soll nun in den geeigneten Gremien versucht werden, mit der DFG abzustimmen, in welcher Form eine notwendige und geforderte stärkere Koordinierung des SSG-Systems inkl. der Virtuellen Fachbibliotheken umgesetzt werden kann und wie ggf. die noch vorhandenen Projektmittel dafür eingesetzt werden können.

Was mich freut, ist, dass der Bedarf nach einer Plattform für den Austausch und die gemeinsame Außendarstellung formuliert wurde. Gemeint ist damit insbesondere dieses Blog. In welcher Form das Blog auch nach Auflösung des vascoda-Vereins fortgeführt kann, wird derzeit geprüft. Es zeichnet sich aber eine sehr sinnvolle Lösung ab, über die wir hier dann gerne berichten werden.

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