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Wann kommt Library Linked Data?

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In der englischsprachigen Biblioblogosphäre gab es im August eine Diskussion über die Machbarkeit von Linked Data in Bibliotheken, auf die ich an dieser Stelle kurz hinweisen möchte. Till Kinstler hatte auf der ELAG 2011 die Vertreter von ExLibris (Carl Grant) und OCLC (Paul Harvey) im Podium nach der Zukunft von Datenmodellen in ihren Systemen gefragt. Anders Söderbeck hatte zuvor in seinem Vortrag darauf hingewiesen, dass es nicht um Buzzwords geht, sondern darum, wer etwas mit bibliographischen Daten macht. Nach meinem Eindruck war die einhellige Meinung auf der ELAG, dass traditionelle Formate wie MARC und die beschränkte Sicht auf einzelne Datensätze dazu nicht ausreichen. Wir haben es zunehmend mit vernetzten Daten zu tun, aus denen sich je nach Anwendung verschiedene Sichten bilden lassen. In der Podiumsdiskussion nahmen die Vertreter von ExLibris und OCLC die Vorlage jedoch nicht auf, sondern lieferten eher den Eindruck, dass von ihnen bezüglich Library Linked Data nicht viel zu erwarten ist.

Carl Grant hat nun Anfang August nochmal genauer Stellung bezogen und aus Sicht des Anbieters von Bibliothekssoftware erklärt, warum es so schwierig ist, in Bibliotheken Linked Data einzuführen. Erwiderungen aus Sicht von Bibliothekstechnikern kamen unter Anderem von von Edward Corrado, Ross Singer, Jodi Schneider und Lee Feigenbaum. Lee beantwortet die Frage „Was können wir mit den Techniken des Semantic Web machen, was wir auf andere Weise nicht machen können?“ mit der Gegenfrage „Was können wir mit den Techniken des Semantic Web machen, was wir auf andere Weise nicht machen würden?“

Linked Data ist keine rein technische Angelegenheit und kein Selbstzweck sondern ein Werkzeug. Die wesentliche Frage ist deshalb nicht, wann und wo Linked Data in Bibliotheken eingesetzt wird, sondern was und wozu Bibliotheken mit etwas sinnvolles mit bibliographischen und anderen Daten machen. Antworten wird es unter anderem auf der Semantic Web in Bibliotheken (SWIB 2011) geben, die vom 28. – 30.11.2011 in Hamburg stattfindet.

P.S: Ein Digitalisat des abgebildeten Werkes findet sich unter http://hdl.handle.net/1721.1/12185

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