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Die Karawane zieht weiter

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Manufactum ist ein Versand, der „die guten, alten Dinge“ anbietet. Dinge, die es in der Konsumgesellschaft nicht mehr gibt, unter anderem Werkzeuge und Gerät, das einfach funktional ist. Man kann mit diesen Dingen in der Massenherstellung keinen Reibach mehr machen und so ist es nur folgerichtig, dass ein Nischenanbieter aus der Not eine Tugend macht und diese Lücke füllt.
Ob delicious irgendwann auch einmal bei Manufactum angeboten wird? – Verdient hätte es diese Soziale Software, mit deren Hilfe man Bookmarks speichern und organisieren konnte, denn bis gestern war sie klassisch: Minimalistisches Layout, funktionale Gestaltung, einfache Handhabung, erstklassige Ergebnisse. Vor kapp einem Jahr hieß es, es sei gerettet, als Yahoo! den Dienst abstossen wollte und delicious von AVOS gekauft wurde, einer Firma zweier Investoren, die mit Youtube scheints ihr Geld gemacht haben. Nun, es war wohl eine Rettung à la Bloglines, diesem tollen Feedreader, den man nach seiner „Rettung“ auch nicht mehr erkennt.
new delicious Jedenfalls ist bei delicious das Netzwerk abrasiert, der RSS-Feed gekappt, die Schlagwörter nicht mehr sicht-, kombinier- und korrigierbar, die Ergebnisanzeige bei eigenen Schlagwörtern auf 10 begrenzt und man soll Links zu „Stacks“ bündeln, die wie die Playlists bei Youtube Nutzerzusammenstellungen bieten sollen. Nun ja. Reden wir nicht davon, dass die Suche nur noch allgemein über delicious geht und nicht mehr auf den eigenen Account einzuschränken ist. Ein gutes, präzises Werkzeug ist nutzlos worden, ganz gleich, ob später noch hier oder da etwas angepasst wird. Die Funktionalität, die aus aufeinander abgestimmten Prozessen bestand, gibt es nicht mmehr.
Diigo Wohin wechseln? Die Diskussion ist im Grunde Ende letzten Jahres schon gelaufen, als delicious gefährdet war: Diigo ist der Dienst, der am ehesten die Funktionalität bietet, die von bisherigen delicious-Nutzern gefordert wird. Wenn Sie einen Eindruck von der Funktionalität bekommen möchten, so finden Sie auf „Professionelle Internetrecherche und Wissensmanagement für Hochschulen“ einen guten Anleitungstext von Wolfgang Schumann, in welchem er Diigo vorstellt.
Vielleicht gibt es jetzt die eine oder den anderen, die/der sagt, das sei ja vorhersehbar gewesen mit dem Web 2.0 und diese kostenlosen Geschichten seien einfach nicht konstant und deshalb Bezahllösungen besser. Ja? Haben Sie noch nie ein Auto gehabt, das einfach richtig war und das Folgemodell war voller Schnickschnack und unbrauchbaren Dingen? Also ist es auch im kommerziellen Bereich so, dass die Entwicklung (um nicht vom Fortschritt sprechen zu müssen) weitergeht. Das ist sowohl hier als auch da der Fall, dass man Liebgewonnenes nicht mehr kaufen/nutzen kann. Denn die Karawane ist weitergezogen! Es sei denn, es gäbe so etwas wie einen Versand, der „die guten, alten Dinge anbietet“. Im Softwarebereich gibt es diese Lücke noch ….

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