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26. Mai 2020
von Lena Dreher
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Bereitschaft zu Open Access in den Geisteswissenschaften

Dieser Artikel liefert die empirische Grundlage für eine Beurteilung der Einstellung geisteswissenschaftlicher Zeitschriftenherausgeber*innen gegenüber Open Access. Im Rahmen des deutschen Open Library of Humanities-Projekts (OLH-DE) wurde an der Universität Konstanz eine Online-Umfrage unter 416 Herausgeber*innen deutschsprachiger geisteswissenschaftlicher Zeitschriften durchgeführt. Dabei wurde nicht nur nach ihren Einstellungen, Befürchtungen und relevanten Aspekten zu Open Access im Allgemeinen gefragt, sondern auch über das konsortiale Open-Access-Modell der Open Library of Humanities (OLH) informiert. Die Ergebnisse zeigen, dass die Einstellungen unter geisteswissenschaftlichen Zeitschriftenherausgeber*innen zu Open Access nicht so negativ sind wie oft befürchtet und sich viele Bedenken durch ihre konkrete Adressierung im Rahmen der Vorstellung von OLH deutlich abschwächen lassen. Der Verlust der Printversion blieb ein signifikanter Open-Access-Hinderungsgrund, wodurch „print on demand“ Open-Access-Geschäftsmodelle vielversprechend wären. Insgesamt konnte nach der Vorstellung des konkreten Modells der OLH eine erhöhte Bereitschaft zur Transformation unter den Herausgeber*innen geisteswissenschaftlicher Zeitschriften beobachtet werden als grundsätzlich zu Open-Access-Modellen angegeben wurde. Dieses Ergebnis unterstreicht die Relevanz von Open-Access-Projekten wie OLH-DE: Nur durch eine gezielte Open-Access-Vermittlung kann eine fortschreitende Open-Access-Transformation unter geisteswissenschaftlichen Herausgeber*innen und deren Zeitschriften gelingen.